Online Klavierkurs Songauswahl: Welche Anbieter moderne Lieder bieten

Songauswahl im Online-Klavierkurs-Vergleich: moderne Pop-Piano-Stücke beim Klavier lernen

Drei Kurse habe ich komplett bezahlt, seit ich beim Klavier lernen wieder ernst mache, und bei allen dreien passierte irgendwann dasselbe bei der Songauswahl: Der Song, den ich eigentlich spielen wollte, tauchte im Katalog gar nicht auf – stattdessen eine Version, die klang, als hätte jemand das Original durch einen billigen Kopierer gejagt. Der Auslöser war ein Stück, das mir an einem Marktstand auf dem Deutzer Markt aus einer Box entgegenkam, während ich eigentlich nur Gemüse kaufen wollte. Zurück am Keyboard wollte ich keine weitere Etüde üben, sondern genau dieses Stück. Genau da beginnt das Problem, über das im Online-Kurs-Vergleich kaum ein Anbieter offen spricht.

Transparenz vorweg: Diese Seite enthält Affiliate-Links, und wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine Provision – ohne Aufpreis für dich. Ich empfehle hier ausschließlich Kurse wie KEYBOARD X, die ich selbst abonniert, bezahlt und über mehrere Monate in meinen abendlichen Sessions nach 21 Uhr getestet habe. Ich vergleiche Kurse mit derselben Nüchternheit, mit der ich sonst Ausschreibungsunterlagen prüfe.

Der Mythos: Viele Songs im Katalog machen noch keinen guten Kurs

Der Irrglaube hält sich hartnäckig: Wer im Vergleich die meisten aktuellen Nummer-eins-Hits im Katalog anbietet, hat automatisch den besseren Kurs. Seit gut drei Jahren teste ich solche Angebote so gründlich, wie ich früher Ausschreibungsunterlagen geprüft habe, und nach drei bezahlten Abos kann ich diesen Irrglauben nicht bestätigen. Ein voller Katalog sagt nichts darüber, ob du die Stücke am Ende wirklich spielen kannst – nur, dass die Liste lang aussieht.

Entscheidend ist etwas anderes, das in keiner Marketing-Mail auftaucht.

Tablet mit digitalen Noten eines modernen Pop-Songs beim Klavier lernen im Online-Kurs

Repertoire-Ausrichtung: Was Songauswahl beim Klavier lernen wirklich bedeutet

Ich nenne es die Repertoire-Ausrichtung eines Kurses – also ob die Songauswahl darauf ausgelegt ist, dir Technik beizubringen, mit der du dir später selbst jeden Song erarbeiten kannst, oder ob sie nur wie eine rotierende Jukebox funktioniert, bei der ständig neue Titel nachgeschoben werden, ohne dass die Grundlage mitwächst. Bei einem Online-Kurs-Vergleich lohnt es sich, genau danach zu fragen, bevor man überhaupt auf die Songliste schaut. Viele Anbieter umgehen die teuren Original-Lizenzen, indem sie Stücke im Stil von bekannten Pop-Songs anbieten – gut gemeint, aber es fehlt der Groove und die exakte Akkordführung, die das Original ausmacht.

Ob ein Kurs dabei eher auf Noten oder aufs Gehör setzt – den sogenannten Notenlesen-Ansatz – und wie er deinen Fortschritt überhaupt sichtbar macht, hängt direkt mit dieser Ausrichtung zusammen.

Warum moderne Songs so selten im Katalog landen

Rechtlich ist die Sache simpel und teuer zugleich: Songs von Adele, Coldplay oder Ed Sheeran kosten Lizenzgebühren, und die geben Anbieter über höhere Abo-Preise weiter. Genau hier tauchen die Fragen auf, die ich bei jedem Anbieter zuerst kläre – wie lange die Kündigungsfrist läuft, ob es eine kostenlose Testphase gibt, wie sich der Preis pro Woche über die Laufzeit rechnet, und ob man lieber monatlich zahlt oder einmalig kauft. Mein Freund Gernot Eichhorn, Innenarchitekt in Köln-Sülz und notorischer Schnäppchenjäger bei allem, was digital verkauft wird, würde hier ohne zu zögern zur Einmalzahlung raten, sobald ein Kurs beide Optionen anbietet.

Wer die Methodik hinter dem Ganzen genauer verstehen will, findet in meinem methodischen Vergleich zwischen YouTube und Kursen mehr Hintergrund dazu, warum strukturierte Kurse beim Songlernen meist die Nase vorn haben.

KEYBOARD X: Solide Struktur statt Chart-Garantie

KEYBOARD X ist seit 13 Jahren am Markt, und man merkt dem Kurs die Erfahrung an – die Lehrplan-Struktur ist in klare Wochenmodule gegliedert, fast wie ein durchgetakteter Bauzeitenplan. Den Quintenzirkel lernt man hier nicht nur als Diagramm, sondern wendet ihn direkt beim Spielen an. Für jemanden wie Wiltrud Rapp, eine Bekannte von einem Kölner Hobby-Keyboard-Abend, die als Grundschullehrerin komplett bei null anfing, war genau diese enge Taktung Gold wert – nicht zuletzt wegen des eingebauten Feedback-Mechanismus, der ihr nach jeder Übung zeigte, ob ein Akkord saß oder nicht, und weil sie spürbar mehr Schritt-für-Schritt-Führung brauchte, als ich für mich selbst beansprucht hätte. Wer jede Woche einen neuen Chart-Hit erwartet, wird trotzdem enttäuscht: Die Repertoire-Ausrichtung zielt klar auf Technik zuerst, Songs später.

Das MIDI-Setup zwischen Keyboard und Laptop lief bei KEYBOARD X von Anfang an unauffällig – etwas, das ich bei anderen Anbietern nicht immer sagen konnte.

Nahaufnahme der Keyboard-Tasten beim Üben eines Akkords für die Songauswahl im Klavierkurs

meineMusikschule: Breite Auswahl, weniger Tiefe

meineMusikschule Klavier deckt als Teil einer größeren Instrumentalfamilie gleich mehrere Instrumente ab, und das macht sich in der Songvielfalt bemerkbar – die Auswahl ist breiter gefächert als bei den beiden anderen Anbietern. In meiner Analyse der Kursmethodik schnitt der Anbieter als Budget-Option gut ab, auch wenn man merkt, dass bei den ganz großen Lizenzen gespart wird. Die Videoqualität der Lektionen schwankt dabei spürbar zwischen einzelnen Modulen – mal sauber produziert, mal wirkt es wie im Wohnzimmer mitgeschnitten.

RS-Piano-Akademie: Akademischer Anspruch im Fokus

Die RS-Piano-Akademie ist erst seit etwa einem Jahr auf dem Markt, verfolgt aber einen ungewöhnlich hochwertigen Ansatz – kein Kurs für den schnellen Erfolg zwischendurch, sondern eher eine kleine Ausbildung. Moderne Stücke sind hier pianistisch anspruchsvoll arrangiert, nicht auf drei einfache Akkorde heruntergekürzt. Für die eigenen Wiedereinsteiger-Kriterien wie vorhandene Grundtechnik oder Notenkenntnis lohnt sich vorher ein ehrlicher Blick in den Spiegel, denn der Einstieg ist hier steiler als bei den anderen beiden Kursen. Preislich liegt der Kurs deutlich über den Alternativen, und eine Geld-zurück-Garantie oder vergleichbare Absicherung habe ich in den Unterlagen nicht gefunden – ein Punkt, den ich vor dem Kauf eingeplant hätte.

Was bei mir nicht funktioniert hat

Ein Ansatz ist bei mir komplett gescheitert: Ich habe mir Musiktheorie-Bücher besorgt und sie auf dem Sofa gelesen, ganz ohne Tastatur daneben. Die Erklärungen zu Akkordfolgen und Tonleitern blieben abstrakt – ich konnte sie aufsagen, aber am Keyboard fand meine Hand den entsprechenden Griff trotzdem nicht. Erst als ich Theorie und Tasten im selben Moment zusammenbrachte, blieb überhaupt etwas hängen.

Neulich saß ich abends mit Kopfhörern längst aufgesetzt am Keyboard, spielte so leise ich konnte – und trotzdem klopfte es zwei Minuten später gegen die Wand nebenan.

Kopfhörer auf dem Klavierdeckel nach dem abendlichen Üben moderner Songs im Online-Klavierkurs

Woran du einen guten Kurs wirklich erkennst

Die Regel, die bei mir inzwischen sitzt: Frag nicht, wie viele aktuelle Songs im Katalog stehen, sondern wie der Kurs dich dahin bringt, jeden beliebigen Song später selbst zu erarbeiten. Wer einen strukturierten Pfad über ein Jahr sucht, der ein solides Fundament für genau diese Fähigkeit legt, findet in KEYBOARD X die verlässlichste Option – für Pop-Piano im eigentlichen Sinn, nicht nur für Imitate.

Falls das Budget entscheidet, bleibt meineMusikschule mit ihrer breiteren, aber flacheren Auswahl eine vernünftige Option. Wer stattdessen wirklich in die Tiefe will und akademischen Anspruch nicht scheut, findet bei der RS-Piano-Akademie die anspruchsvollsten Arrangements der drei Anbieter.

Kopfhörer wieder auf, Nachbarn vermutlich schon im Bett – und mich erwarten noch ein paar Takte eines modernen Stücks, das keine Lizenzgebühr kostet, weil es inzwischen Teil meines eigenen Repertoires ist. Schau dir am besten KEYBOARD X an, wenn du eine Struktur suchst, die dich wirklich zu deinen Wunschsongs bringt – nicht nur zu Imitaten davon.